Anlässlich der zahlreichen Ausnahmen im gegenwärtigen Gesetzesentwurf zum Mindestlohn erklärt der Kreisvorsitzende der Jusos Reinickendorf, Benjamin Dinca:

„Ein Stundenlohn in Deutschland unter 8,50€, stellt eine Missachtung sämtlicher geleisteter Arbeiten und damit eine unwürdige Bezahlung dar. Die Lohnuntergrenze von 8,50€ muss daher ausnahmslos für alle Beschäftigten gelten. Ich kann nicht verstehen, warum beispielsweise die Kochkünste eines 17-jährigen schlechter vergütet werden sollten als die einer 30-jährigen, auch wenn die Suppe, die am Ende verkauft wird, gleich viel wert ist. Genauso ist auch die Arbeit von Praktikant_innen und Langzeitarbeitslosen nicht weniger Wert, nur weil sie von Praktikant_innen und Langzeitarbeitslosen verrichtet wird. Wir werden uns gegen diesen Vorschlag der Arbeitsministerin wehren. Auf unser Betreiben hat sich die SPD Reinickendorf bereits gegen den Vorschlag ausgesprochen. Wir werden jetzt auf Landes- und Bundesebene Druck machen.“

Das Kabinett aus Union und SPD hat in der vergangenen Woche die viel diskutierte Gesetzesinitiative zum Mindestlohn beschlossen. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD war ursprünglich vorgesehen, dass der Mindestlohn für alle Arbeitnehmer_innen gilt – ausgenommen Personen, die ein Ehrenamt ausüben. Diese Position hat die SPD inzwischen aufgegeben. Nach dem jetzigen Vorschlag sollen Langzeitarbeitslose den Mindestlohn in den ersten sieben Monaten und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren nicht erhalten. Praktikant_innen würden sogar generell von der Regelung ausgenommen sein.
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