Ab heute ist es offiziell. Ungebremster Finanzkapitalismus ist unchristlich. In einem Thesenpapier der evangelischen und katholischen Kirche wurden wieder grundsätzliche Feststellungen über die soziale Schieflage in Deutschland gemacht. Darin heißt es: Der „Ideologie der Deregulierung“ müsse entgegengetreten werden und die Wirtschaft müsse den Menschen dienen. Diese Erkenntnis wird also mittlerweile selbst von den institutionellen Repräsentant_innen des christlichen Glaubens verfochten. Was ist aber aus der Partei geworden, die sich das Christliche auf die Fahnen geschrieben hat? Bundeskanzlerin Merkel kann dem offenbar nicht allzu viel abgewinnen. Bekannt als zupackende Regierungschefin, die lautstark mit der Kette rasselt, um die Finanzmärkte an die Leine zu legen, ist sie ja nicht gerade. Warum auch? Schließlich will sie, dass unsere Demokratie sich „marktkonform“ verhält, wie sie 2011 äußerte. Der Wirtschaft sollen wir also dienen und brav unserer Arbeit nachgehen, während die Löhne stagnieren, die Profite für die Unternehmen aber steigen.

Vielleicht trifft auf die CDU die guten alte Weisheit zu, die sich beim Supermarkbesuch bewährt: Die Verpackung ist meist schöner als der Inhalt.

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